Samtgemeindeübung 2017

Die drei Feuerwehren aus Schüttorf, Isterberg und Ohne mussten bei der Großübung in der Schüttorfer Innenstadt Teamwork beweisen. Insgesamt stellten sich 85 Feuerwehrleute dem realistischen Übungsszenario und meisterten die Herausforderung.

Dramatische Szenen an der Ecke Föhnstraße/Mauerstraße in Schüttorf: Rauch quillt aus den Fenstern der ehemaligen Gaststätte Steggewentze, im Obergeschoss hämmern mehrere Kinder unentwegt gegen die Scheiben und rufen um Hilfe. Es ist 19 Uhr am Donnerstagabend, als der Brandalarm die Feuerwehr Schüttorf erreicht. Nur Augenblicke später schallen die ersten Martinshörner durch die Straßen der Innenstadt, als Erster trifft Ortsbrandmeister Simon Vernim mit seinem Einsatzleitwagen am Ort des Geschehens ein.

Zwar ist allen Beteiligten klar, dass es sich nur um eine Übung handelt – doch das konkrete Szenario, das Gemeindebrandmeister Jens Grävemäter zusammen mit Jan Schlattmann ausgearbeitet hat, kennen die Feuerwehrleute nicht und müssen daher zunächst die Lage erkunden. Die Situation stellt sich wie folgt dar: Im Keller des Wohnhauses ist bei Schweißarbeiten ein Feuer ausgebrochen. Das Treppenhaus ist stark verqualmt, sodass den Menschen im Gebäude kein Fluchtweg bleibt. Die Feuerwehr erhält zudem die Information, dass neben den Kindern im Obergeschoss weitere Menschen vermisst werden, darunter die Handwerker im Keller. Umgehend wird Vollalarm für die Ortsfeuerwehr Schüttorf ausgelöst, bald darauf werden auch die beiden weiteren Wehren der Samtgemeinde – Isterberg und Ohne – alarmiert.

Für Einsatzleiter Vernim hat die Menschenrettung oberste Priorität, was in zwei Einsatzabschnitten erfolgt: Auf Seite der Mauerstraße wird die Drehleiter in Stellung gebracht, um die eingeschlossenen Kinder durch die Fenster zu retten. Am rückwärtigen Teil kommen Steckleitern zum Einsatz. Parallel dazu bauen die Feuerwehrleute die Wasserversorgung auf und dringen mit mehreren Trupps unter schwerem Atemschutz ins Gebäude vor. Den dritten Abschnitt bildet die Bereitstellung einiger Fahrzeuge und Wehrleute, um ausrücken zu können, falls es parallel zur Übung zu einem weiteren Einsatz in der Samtgemeinde kommt. Ursprünglich sollte auch das Deutsche Rote Kreuz in die Übung eingebunden werden, die Helfer waren am Donnerstagabend jedoch bei der Versorgung der gestrandeten Zugpassagiere in Bad Bentheim im Einsatz (die GN berichteten).

Zur Herausforderung für die Feuerwehr wurde bei der Übung die Enge der historischen Innenstadt, was hinsichtlich der An- und Abfahrt sowie der Aufstellung der Fahrzeuge ein hohes Maß an Logistik erforderte.

Insgesamt ist Simon Vernim aber zufrieden mit dem Ablauf und lobt insbesondere die gute Zusammenarbeit zwischen den drei Ortswehren, die bewusst durch den Einsatz gemischter Trupps gefördert wurde. Auch Samtgemeindebürgermeister Manfred Windhaus, der zusammen mit weiteren Beobachtern das Geschehen verfolgt hat, äußert sich lobend und spricht von einer „tollen Übung“, die „sehr koordiniert“ ablief.

Insgesamt 85 Feuerwehrleute waren mit 16 Fahrzeugen angerückt. Das Einsatzszenario bewertet Vernim als „sehr realitätsnah“; ein Fall, der jederzeit eintreten könne. Sein Dank gilt den Eigentümern des Gebäudes, die das Objekt zur Verfügung stellten.

Besonders erfreut zeigt sich der Ortsbrandmeister über das große Engagement eines Anwohners: Noch vor Eintreffen der Feuerwehr hatte er den Qualm entdeckt, zur Leiter gegriffen und war zur Hilfe geeilt, um die eingeschlossenen Leute zur retten. Erst dann erfuhr er, dass der Notfall nur eine Übung war.

©Text und Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Sebastian Hamel von den Grafschafter Nachrichten