Technische Hilfeleistung

Neben der Brandbekämpfung ist die technische Hilfeleistung der größte Aufgabenbereich einer Feuerwehr. Gleichzeitig ist es auch das komplexeste Einsatzgebiet. Das markanteste Beispiel dafür ist der Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person. Wenn eine Person nicht mit eigenen Mitteln aus einem verunfallten Fahrzeug gerettet werden kann, muss diverses technisches Gerät eingesetzt werden. Doch hinter dem Stichwort technische Hilfeleistung befinden sich viel mehr.

Fangen wir damit an, dass elektrischer Strom bereitgestellt werden muss. Dieser kann mit Aggregaten direkt am Einsatzort erzeugt werden.  Sieben Fahrzeuge aus unserem Fuhrpark können elektrischen Strom produzieren und damit unabhängig vom Stromnetz arbeiten. Hier gilt die allgemeine Regel bei jedem Einsatz:  Strom, der am Einsatzort benötigt wird, erzeugt die Feuerwehr selbst.

Zur einfachen technischen Hilfe gehört auch das Ausleuchten von Einsatzstellen. Jedes Fahrzeug mit verlasteten oder fest eingebauten Stromaggregaten kann mithilfe von Stativen, Umfeldbeleuchtungen und Lichtmasten Einsatzstellen großflächig ausleuchten.

Kleinere technische Einsätze kann das LF 20/16 eigenständig abarbeiten. Hier ist auch eines der beiden Rettungssätzen mit jeweils einem hydraulischen Spreitzer und einer hydraulischen Schere verlastet. Das Zentrale Werkzeug für Verkehrsunfälle mit eingeklemmter Person.

Um auch das breite Spektrum der technischen Hilfeleistung abarbeiten zu können, existiert in unserer Alarm- und Ausrückeordnung der sog. TH-Zug. Mit dem Kdow, dem LF20/16 und dem TLF 24/50 rücken unsere „Standardfahrzeuge“ auch hier mit aus.  Komplettiert wird der Zug nun mit dem Rüstwagen (RW), dem Gerätewagen Gefahrgut (GW-G) und je nach Größe des Einsatzes mit dem Einsatzleitwagen (ELW).


Der Kdow,

fährt zu jedem Einsatz als Fahrzeug für den Einsatzleiter. Er dient dazu, dass die erste Führungskraft schnell vor dem restlichen Zug am Einsatzort eintrifft und somit die erste Erkundung zügig durchgeführt werden kann, noch bevor die weiteren Einsatzkräfte eintreffen.

Von Montag bis Freitag ist dieser von 07:00 Uhr bis 18:00 Uhr von einem Zugführer besetzt. Der diensthabende Zugführer führt das Fahrzeug in dieser ständig bei sich.

 

 

 

 

 

 

 


Das LF 20/16

Neben der umfangreichen Beladung für die Brandbekämpfung ist auf unserem wichtigsten Fahrzeug auch Material zur technischen Hilfeleistung verlastet. Ein hydraulischer Rettungssatz mit Spreizer und Schere, Stempel, Hebekissen, Überdrucklüfter, Abstützmaterial, Ölbindemittel, Motorsäge uvm. Dies macht dieses Fahrzeug zum Allrounder in unserer Feuerwehr und rückt zu fast jedem Einsatz an erster Stelle nach dem Kdow im Stadtgebiet aus.

 

 

 

 

 

 

 


Der Rüstwagen (RW)

Der Rüstwagen ist ausschließlich für technische Hilfeleistungen konzipiert. Er dient als „große fahrbare Werkzeugkiste“. Hier ist alles verlastet was man für solche Einsätze braucht. Zur Ausrüstung gehört neben Kleinwerkzeug u.a. hydraulische Stempel und Winden, Hebekissen, Abstützmaterial, Plasmaschneider, Unterbauhölzer, Tauchpumpe, hydraulischer Spreizer und hydraulische Schere uvm. Mit der Haspel am Heck ist es möglich, mit wenig Personalaufwand zügig die Einsatzstelle für dem Verkehr abzusichern. Der LED-Lichtmast kann innerhalb wenigen Sekunden ausgefahren werden und die Einsatzstelle in kürzester Zeit ausleuchten.

 

 

 

 

 

 

 


Das TLF 24/50,

dient bei Verkehrsunfällen oder Ähnlichem als Wasserlieferant. Der Tank des Fahrzeuges fasst 5000 Liter Wasser und dient dazu, den Brandschutz am Einsatzort zu sichern. Vor allem auf Autobahnen ist die Wasserversorgung oft sehr schwierig und kann nur aus nahegelegenen Teichen und Flüssen entnommen werden. Das Tanklöschfahrzeug liefert im Brandfall das benötigte Wasser.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Der Gerätewagen Gefahrgut,

ist mit diversem Material für den Umweltschutz ausgerüstet. Neben Dichtmaterial, Chemikalienschutzanzügen, Auffangwannen, Absaugpumpen, uvm. ist auch Bindemittel für Öl und weitere Chemikalien verlastet.  Bei jedem Verkehrsunfall oder anderen Einsätzen muss man auch die Gefahren für die Umwelt erkannt und abgewendet werden, sei es auch nur eine Ölspur, die in einen Grünstreifen fließt.

 

 

 

 

 

 

 


Der Einsatzleitwagen,

fährt bei größeren Einsätzen mit aus. Das Fahrzeug ist eine mobile Kommandozentrale mit zwei Funk- und Computerarbeitsplätzen. Von hier wird der Einsatz geleitet und koordiniert. Anrückende Einsatzkräfte melden sich zunächst bei diesem Fahrzeug und werden von dort weitergeleitet. Hier können auch Informationen aus Literatur und Internet gesammelt und ausgedruckt werden. Der Einsatzfunk wird gebündelt und zu den verschiedenen Empfängern übermittelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beispiele für Technische Hilfeleistungseinsätze sind:

  • Verkehrsunfälle
  • Eingeklemmte Personen
  • Bergung verunfallter Fahrzeuge
  • Tierrettungen
  • Hilfeleistungen bei Überschwemmungen
  • Hilfeleistungen im Katastrophenfall
  • Beseitigung von Sturmschäden
  • Patientenschonende Rettung
  • Türöffnungen
  • Straßenreinigungen
  • Personensuche
  • Person in Fahrstuhl eingeschlossen
  • Uvm…