F4 Gebäudebrand

Datum: 9. Oktober 2020 
Alarmzeit: 03:40 Uhr 
Dauer: 5 Stunden 40 Minuten 
Art: Brand  
Einsatzort: Bentheimer Straße 
Mannschaftsstärke: 36 
Fahrzeuge: KdoW, LF 20/16, TLF 24/50, DLK 23/12, RW, LF 8/6, TLF 8-W, MZF, ELW 


Einsatzbericht:

Um 3:40 nahm die Nacht der Schüttorfer Feuerwehrkräfte ein jähes Ende. In der Erstalarmierung wurden wir mit einem Vollalarm für die Ortsfeuerwehr Schüttorf durch unsere digitalen Meldeempfänger und der Sirene sehr unsanft geweckt – anmerkend sei hier erwähnt, dass bei einem Vollalarm für größere Schadenslagen die Feuerwehr Schüttorf zusätzlich zu den digitalen Meldeempfängern auch mit der Sirene alarmiert wird. Dies gewährt Sicherheit, so viele Einsatzkräfte wir möglich zu erreichen und das unabhängig der Tageszeit.

Gemeldet wurde uns ein in Vollbrand stehendes großes Wohngebäude in einem Waldstück an der Bentheimer Straße. Entsprechend der Ausrückordnung fuhren wir mit neun Fahrzeugen die Einsatzstelle an. Hier bestätigte sich die Lage. Eine Villa abseits der Straße stand bereits im Obergeschoss in Vollbrand, Flammen haben bereits den Dachstuhl durchbrochen und loderten weithin sichtbar aus dem mittlerweile eingestürzten Dach.

Nur mühsam konnte der Einsatzort mit unseren Großfahrzeugen erreicht werden, da die einzige Zufahrtsmöglichkeit aufgrund dichter Vegetation schwer zu passieren war, zusätzlich war diese wegen völliger Dunkelheit kaum erkennbar. Aufgrund dessen reduzierte man die Fahrzeuge direkt am Brand auf das Nötigste. Das LF 20/16 und die Drehleiter positionierten sich direkt am Brandobjekt. Ein Betreten des Hauses war aufgrund der Holzdecke wegen Einsturzgefahr nicht möglich und man konzentrierte sich auf die Außenbrandbekämpfung, die durch das LF 20 übernommen wurde.  Parallel baute man die Drehleiter auf, um die bodengebundene Brandbekämpfung mit einem Werfer aus der Höhe zu erweitern.

Währenddessen wurde durch den Rüstwagen der Zufahrtsweg mit zwei LED-Flutlicht-Strahlern, dem Lichtmast des Fahrzeuges sowie eines Powermoons großzügig ausgeleuchtet. Hier unterstützten uns die zeitgleich mitalarmierten Kräfte der Ortsfeuerwehr Ohne. Parallel baute ein weiteres Fahrzeug eine ca. 500 Meter lange Leitung zur Wasserversorgung aus einem Hydranten auf.

Der Einsatzleitwagen wurde an der Bentheimer Straße komplett aufgebaut, mit zwei Personen besetzt und in Betrieb genommen. Hier wurden alle Informationen der Einsatzstelle gebündelt und weitergeleitet, Dokumentiert, Kräfte koordiniert und die Kommunikation mit dem Feuerwehrhaus aufrechtgehalten. Dies hat reibungslos funktioniert und hier zeigte sich die Schlagkräftigkeit des neu angeschafften Fahrzeuges.

Im Feuerwehrhaus wurde die Verpflegung organisiert und zur Einsatzstelle geliefert.

Nachdem der Hauptbrandherd gelöscht war, fluteten wir das Obergeschoss des Hauses mit Schaum aus der Zumischanlage des LF20/16 und konventionell aus der Drehleiter heraus. Anschließend begann man mit den Nachlöscharbeiten. Dies war sehr arbeitsintensiv. Die Zwischendecke bestand aus Holz und war somit Opfer des Feuers geworden, diese musste teilweise eingerissen werden. Teile des Daches, welches noch nicht eingestürzt war, musste mithilfe eines Einreißhakens aus der Drehleiter heraus abgedeckt werden. So konnten Glutnester entdeckt und gezielt abgelöscht werden.

Der örtliche Energieversorger wurde hinzugezogen, um das Haus von Strom und Gas zu trennen, denn hier musste vorher die gesamte Straße Stromlos geschaltet werden. Hierzu musste man die Leitungen zum Haus mit einem Minibagger erst freilegen, um diese abzuklemmen. Erst dann konnte man den Strom für die Straße wieder freigeben.

Abschließend wurden weitere erneut aufgeloderten Glutnester von einem Anbau aus, im hinteren Bereich des Hauses abgelöscht, das Brandobjekt mit der Wärmebildkamera kontrolliert und erst dann konnten auch die letzten Fahrzeuge zurückbauen.

Gegen 9:20 Uhr verließ das letzte Fahrzeug die Einsatzstelle, diese wurde unterdessen an die Polizei übergeben. Der Einsatz für die Feuerwehr war gegen 11:00 beendet, nachdem alle Fahrzeuge gereinigt und wieder einsatzbereit bestückt wurden.

Die Ortsfeuerwehr Isterberg, die zu diesem Einsatz ebenfalls zeitgleich mitalarmiert wurden, übernahmen den allgemeinen Brandschutz in der Samtgemeinde Schüttorf und blieben einsatzbereit auf Abruf. Das Wechselladerfahrzeug Wasser des Landkreises aus Neuenhaus wurde nicht mehr benötigt und konnte wieder abdrehen.