Mit dem Autobahnkreuz, zahlreichen Logistikunternehmen und Gefahrgutlager im hiesigen Industriegebiet ist das Potenzial für Einsätze mit gefährlichen chemischen, radioaktiven und biologischen Stoffen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Um für solche Einsätze vorbereitet zu sein, wurde vor längerer Zeit eine Gefahrguteinheit gegründet, die einmal im Monat das Arbeiten mit dafür vorgesehenem Material trainiert.
Das GW-G, der GW-Dekon P und ein Führungsfahrzeug sind die zentralen Fahrzeuge dieser Gruppe.
Die folgenden Fahrzeuge bilden den örtlichen Gefahrgutzug der Ortsfeuerwehr Schüttorf. Dieser wird zum Teil auch Gemeindeübergreifend im ganzen Landkreis genutzt.
Der vom Bund gestellte GW-Dekon P, unser GW-Gefahrgut, ELW und MTF sind Teil des Gefahrstoffzuges des Landkreises Grafschaft Bentheims.

Kommandowagen (Kdow)
Der Kommandowagen wird von dem Ortsbrandmeister, dem Stellvertreter oder einem Zugführer besetzt und rückt zu allen Einsätzen als erstes Fahrzeug aus. So kann zeitnah eine erste Erkundung an der Einsatzstelle vorgenommen werden, um die anrückenden Einsatzkräfte einzuweisen und zu koordinieren.

Löschgruppenfahrzeug 20 (LF 20)
Das LF20/16 rückt auch bei Gefahrstoffeinsätzen im Stadtgebiet als erstes Löschfahrzeug mit neun Einsatzkräften aus. Mit vier im Mannschaftsraum verbauten Atemschutzgeräten können sich zwei Trupps bereits während der Fahrt mit ihren Geräten ausrüsten. Das ermöglicht eine schnelle Erkundung der Lage sowie erste lebensrettende Maßnahmen. Ex-geschützte Funkgeräte sorgen für eine sichere Kommunikation im Gefahrenbereich zwischen des ersten Angriffstrupps und dem Gruppenführer oder Einsatzleiter. Die im Tank vorgehaltenen 2000 Liter Wasser dienen zum Brandschutz. Mit seiner LED Umfeldbeleuchtung und dem pneumatisch ausfahrbaren Xenon Lichtmast kann man bei Dunkelheit die Einsatzstelle innerhalb Sekunden ausleuchten.

Gerätewagen Gefahrgut (GW-G)
Der GW-G beherbergt diverses Material für den Umweltschutz und für den Umgang mit Gefahrstoffen. Neben Chemikalienschutzanzügen (CSA) befindet sich unter anderem Material zum Abdichten von Leckagen und Rohrleitungen, zum Umfüllen auch für Explosionsgefährdete Bereiche, zum Auffangen von gefährlichen Flüssigkeiten, Bindemittel für Land und Wasser und vieles mehr. Ein Lichtmast, Stromerzeuger, Absperrmaterial und zehn Atemschutzgeräte und Masken sind ebenfalls verladen.

Tanklöschfahrzeug (TLF 24/50)
Das TLF 24/50 dient bei Gefahrstoffeinsätzen primär für den dreifachen Brandschutz.
Neben 5000 Litern Wasser und 500 Liter Schaum wird auch eine Pulverlöschanlage mit 200 kg Pulver vorgehalten.
Mit dem Dachwerfer kann Wasser oder Schaum mit einer großen Reichweite ausgetragen werden.

Einsatzleitwagen (ELW)
Der Einsatzleitwagen rückt mit mindestens zwei Personen zu größeren Einsätzen aus. An der Einsatzstelle wird der Einsatzleitwagen in Betrieb genommen und dient als zentrale Anlaufstelle für den Einsatzleiter sowie der Informationsbeschaffung und als Verwaltungsorgan. Hier laufen alle Fäden zusammen. Einsätze werden mit einem Einsatzführungsprogramm dokumentiert und verwaltet. Der Funkverkehr der Einsatzstelle wird entgegengenommen, gebündelt und an entsprechende Empfänger weitergeleitet, z.B. Rückmeldungen der Einsatzlage, Anforderungen von weiteren Kräften, Kommunikation zwischen Einsatzstelle und Feuerwehrhaus. Außerdem ist er Ansprechpartner für alle anrückenden Einsatzkräften.

Gerätewagen Dekontamination Personal (GW-Dekon P)
Der GW-Dekon P dient an Einsatzstellen zur Dekontamination von Personal, die mit gefährlichen Stoffen in Berührung gekommen sind. Sie werden in mehreren Schritten dekontaminiert. In einem Vorbecken wird Grobreinigung durchgeführt. Mit Wasser, Bürsten und ggf. Lösungsmitteln wird die Person vorgereinigt ehe sie in die Dekontaminationsdusche geht. Dort wird die zweite Reinigung durchgeführt. Von Oben und von den Seiten werden dort die gefährlichen Substanzen von der Person möglichst vollständig abgespült. Im nächsten Schritt gilt es die Person zu entkleiden und kontaminierte Kleidung zu separieren und in luftdichten Behältern der Entsorgung zuzuführen. Im nächsten Zelt befinden sich Duschen in dem sich die Personen mit warmen Wasser waschen können. Direkt an dem Duschzelt befindet sich ein beheiztes Aufenthaltszelt.
Mit diesem Fahrzeug kann die Dekontaminationsstelle autark arbeiten. Während man den eigenen Storm produziert, kann gleichzeitig für eine ausreichende Beleuchtung gesorgt werden. Das Wasser für die Dekontamination und die Duschen wird in Trinkwasserqualität aus umliegenden Hydranten entnommen. Zusätzlich befinden sich auf auf dem Fahrzeug 2.000 Liter Trinkwasser.

Rüstwagen (RW)
Der Rüstwagen ist ausschließlich für technische Hilfeleistungen konzipiert. Er dient als „große fahrbare Werkzeugkiste“. Hier ist alles verlastet was man für solche Einsätze braucht. Zur Ausrüstung gehört neben Kleinwerkzeug u.a. hydraulische Stempel und Winden, Hebekissen, Abstützmaterial, Plasmaschneider, Unterbauhölzer, Tauchpumpe, hydraulischer Spreizer und hydraulische Schere uvm. Mit der Haspel am Heck ist es möglich, mit wenig Personalaufwand zügig die Einsatzstelle für dem Verkehr abzusichern. Der LED-Lichtmast kann innerhalb wenigen Sekunden ausgefahren werden und die Einsatzstelle in kürzester Zeit ausleuchten.



























