Jahreshauptversammlung 2019

Ortsbrandmeister Simon Vernim blickte auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung auf eines der arbeitsreichsten Jahre der Geschichte der Ortsfeuerwehr Schüttorf zurück. Zu 158 Einsätzen rückten wir im Jahr 2018 aus. Die Einsatzstunden haben sich im Vergleich zum Jahr 2017 mit 3817 Stunden mehr als verdreifacht. Viele Einsätze mussten mitten in der Nacht abgearbeitet werden. Dies war eine enorme Belastung für alle Einsatzkräfte. Doch neben den Einsätzen standen zudem viele Sitzungen auf der Agenda. Es wurde ein Mannschaftstransportfahrzeug angeschafft, zudem wird ein neuer Einsatzleitwagen ausgeschrieben und ein Kommandowagen in den kommenden Wochen erworben. Ein neues Feuerwehrhaus wird auf einem neuen Grundstück entstehen.  Eine Sitzung folgte der nächsten und nahmen viele Stunden für die Kameradinnen und Kameraden in Anspruch. Hier dankte Vernim der Samtgemeinde Schüttorf, dass sie nun einem Neubau in der Ratssitzung zugestimmt und einen neuen Standort festgelegt haben. Gegenüber dem Bauhof, am Nordring, unweit des bisherigen Standortes. Das neue Mannschaftstransportfahrzeug ist mittlerweile schon mehrere Monate im Einsatz und hat bereits seine Dienste bewiesen. Der neue Einsatzleitwagen ist ausgeschrieben und die Vergabe des Auftrages wird in den nächsten Wochen stattfinden. Da dieses Fahrzeug nicht mehr darauf ausgelegt ist, dass es mit einer Person besetzt werden kann, ist mit diesem auch nicht mehr machbar, schnellstmöglich auszurücken, um eine rasche erste Erkundung am Einsatzort durchzuführen. Hier wurde seitens der Samtgemeinde der Weg freigemacht, einen Kommandowagen zu beschaffen. Dieser PKW wird mit einer Person besetzt und dient dazu, die Einsatzstelle so schnell wie möglich zu erreichen, um eine erste Erkundung vorzunehmen. Hier wurde ein gebrauchter VW Caddy gewählt, der in den nächsten Tagen abgeholt werden kann.

Doch es läuft nicht alles so, wie es einst geplant war. Vernim kritisiert in seiner Ansprache das neue Programm der Rettungsleitstelle in Nordhorn. Hier hat es in Vergangenheit häufig große Probleme bei der Alarmierung gegeben. Eine dynamische Alarmierung, wie ursprünglich vorgesehen, ist nach aktuellem Stand nicht möglich. Neue Alarmstichwörter sind nicht eingepflegt, offizielle Stellungnahmen des Leiters der Leitstelle lassen auf sich warten. Hier muss in Zukunft eine Besserung stattfinden.

Steigende Verkehrsbelastung, gerade auf den Autobahnen, erfordern stetige Weiterbildung. 21 Kameraden haben sich Zeit genommen, sich von der Firma Weber-Rescue in den Grundlagen der LKW-Rettung ausbilden zu lassen.

Außerdem war die Firma Drehleiterausbidung.de zum zweiten Mal zu Gast in Schüttorf und hat 15 Kameraden an unserem ausbildungsintensivsten Fahrzeug geschult.

Vernim lobte die Motivation bei jedem einzelnen, dass an einem freien Tagen Zeit genommen wird, sich für das Ehrenamt weiterzubilden. Zum Wohle der Schüttorfer Bevölkerung. Bei den neuen Leistungswettbewerben hat die Feuerwehr Schüttorf den zweiten Platz im Landkreis belegt und sich somit souverän für den Bezirksentscheid qualifiziert. Hier zeigt sich die Motivation der Einsatzkräfte, dass man sich auch in einem Jahr der Superlative bei den Leistungsvergleichen engagiert.

Gerade die Zahl der Einsätze zeigt, dass das Jahr 2018 ein Jahr der Superlative war. Unter anderem waren wir 96 Stunden bei dem Moorbrand er Wehrtechnischen Dienststelle in Meppen im Einsatz.

Von Wald und Flächenbränden sind wir in unserem eigenem Einsatzgebiet weitgehend verschont geblieben.  Allerdings wurde unser Waldbrandzug unter anderem in Wietmarschen und Bad Bentheim angefordert. Hier unterstützten wir mit unseren Geländegängigen Fahrzeugen unsere Kameraden in den Nachbargemeinden.

Zwei Kellerbrände, drei Wohnungsbrände, zwei LKW-Brände, zahlreiche PKW-Brände und zwei Brände in Industriebetrieben sind nur ein kleiner Ausschnitt aus den Einsätzen im vergangenen Jahr. Alle wurden souverän und ohne Probleme abgearbeitet.

Der wohl denkwürdigste Einsatz erreichte uns an unserer Nikolausfeier. Hier wurden wir mit unserem Dekontaminationsfachzug zu einem Brand in einer nuklearen Fertigungsanlage nach Lingen gerufen. Die Anspannung während der Fahrt zum Einsatzort war deutlich zu spüren, denn uns war nicht klar, ob dort nukleare Strahlung ausgetreten ist oder nicht. Hier galt der Dank und die Hochachtung von Simon Vernim allen, die trotz der möglichen Gefahr ausgerückt sind.

Kai Sandmann wurde bei den Wahlen zum ersten Zugführer und zum Beisitzer im Samtgemeindekommando wiedergewählt.

André Vernim wurde im Anschluss in seinem Amt als Jugendfeuerwehrwart für weitere drei Jahre bestätigt.

Anna Buhr wurde offiziell aus dem Amt der stellvertretenden Jugendfeuerwehrwartin verabschiedet. Sie wird im Februar die neu gegründete Jugendfeuerwehr Ohne leiten. Zu ihrem Nachfolger wurde Marian Gehrke ernannt.

Zum Feuerwehrmann wurden Falk Piepenpott, Christof Kemper und Mathis Uch befördert. Zur Feuerwehrfrau wurde Anna Peinert befördert.

Zum Oberfeuerwehrmann wurden Niklas Vernim und Derk Schoolkate befördert.

Schriftführerin Gina Exner und Kassenwart Dieter Ohmann wurden als Dank für ihre jahrelangen Dienste in der Feuerwehr zur ersten Hauptfeuerwehrfrau und zum ersten Hauptfeuerwehrmann befördert.

Gemeindebrandmeister Jens Grävemäter gratulierte allen Beförderten, Gewählten und Ernannten und bedankte sich während seines Grußwortes bei allen Kameraden für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. Er benannte das neue Programm der Leitstelle „Celios 7“ als sein persönliches Unwort des Jahres und er hoffe, dass hier in Zukunft Besserung eintritt.

Kreisbrandmeister Uwe Vernim zeigte sich erfreut darüber, dass so viele Politiker der Einladung gefolgt sind, an der diesjährigen Jahreshauptversammlung teilzunehmen. Er hob bei seinem Grußwort besonders die Einsätze in Meppen und in Lingen hervor und versprach, dass diese Einsätze in jener Hinsicht ihre guten Seiten hatten, dass das Land Niedersachsen den Handlungsbedarf erkannt hat und nun Gelder für identische und neue Ausstattungen der Kreisbereitschaften zur Verfügung stellt. Hierfür sind bereits Konzepte erarbeitet worden. Außerdem freue er sich auf die Aktion „Feuerwehr bewegt“, die in diesem Jahr in Schüttorf stattfindet. Hier treffen sich im Sommer bis zu 1000 Feuerwehrleute aus ganz Deutschland für gemeinsame Fahrradtouren.

Samtgemeindebürgermeister Manfred Windhaus bedankte sich bei allen Kameraden für das arbeitsreichste Jahr in seiner Amtszeit. Er bestätigte, dass versucht werden muss, den Verwaltungsaufwand der ehrenamtlichen Amtsträger der Ortsfeuerwehr zu verringern. Des Weiteren hob er die Warteliste der Jugendfeuerwehr hervor. Hier wird wichtige Nachwuchsarbeit getätigt und er zeigte sich begeistert, wie groß das Interesse an der Jugendfeuerwehr ist.

Auch Bürgermeister der Stadt Schüttorf Jörn Tüchter bedankte sich bei allen Einsatzkräften für die geleistete Arbeit und übergab seine Glückwünsche an alle Beförderten, Gewählten und Ernannten.